Rebschnitt: Winterarbeit in echter Handarbeit

Wenn der Weinberg im Winter zur Ruhe kommt, beginnt bei uns eine der wichtigsten Aufgaben des Jahres: der Rebschnitt. Die Blätter sind gefallen, die Stöcke stehen kahl – und genau jetzt fällt die Entscheidung darüber, wie der Rebstock im kommenden Jahr wachsen wird.

Der Rebschnitt ist reine Handarbeit. Jede Rebe wird einzeln begutachtet, jeder Schnitt bewusst gesetzt. Es gibt kein „Schema F“, denn jeder Stock wächst anders und braucht individuelle Aufmerksamkeit. Welche Ruten bleiben stehen? Wo sitzt die beste Knospe? Wie viel Kraft soll der Rebstock im nächsten Jahr lenken? Diese Fragen stellen wir uns bei jedem einzelnen Schnitt – oft tausende Male hintereinander.

Warum wir uns diese Mühe machen?
Weil guter Wein im Weinberg entsteht. Ein sorgfältiger Rebschnitt sorgt für ein ausgewogenes Wachstum, gesunde Trauben und letztlich für die Qualität im Glas. Maschinen können diese Entscheidungen nicht treffen – sie sehen keine Unterschiede, spüren keine Feinheiten. Unsere Hände schon.

Rebschnitt bedeutet Ruhe, Fokus und Respekt vor der Pflanze. Es ist eine Arbeit, die man nicht hasten kann. Schritt für Schritt, Rebe für Rebe. Genau deshalb ist es eine unserer persönlichsten Aufgaben im Weinjahr – und eine, die wir jedes Jahr aufs Neue gerne tun.