Aktuell befreien wir die Rebstämme von wilden Austrieben. Im Bild ist ein junger Stock aus unserem Muscaris zu sehen (links vor dem Ausbrechen und rechts nach dem Ausbrechen).
Eine Person benötigt für diese Arbeit je nach Rebsorte und Alter der Anlage zwischen 10 und 25 Stunden pro ha. Die Ausbrecharbeiten werden von Hand durchgeführt.
Aber warum ist das notwendig?
1. Ertragsregulierung und Qualitätsmanagement
Mit dem entfernen (ausbrechen) von unerwünschten Trieben wird die Wuchskraft und Nährstoffversorgung gezielht auf die verbleibenden Triebe gelenkt.
Die Anzahl an Trieben pro Stock wird reduziert und damit auch die spätere Menge an Trauben. Das führt im Gesamten zu einer geringeren Erntemenge mit besserer Qualität, da die Nährstoffe pro Stock auf weniger Trauben aufkonzentriert werden.
2. Vorsorge Pilzkrankheiten
Ein weiterer Effekt des Ausbrechens liegt im Schutz vor Pilzkrankheiten. Hier müssen zwei unterschiedliche Bereiche am Rebstock betrachtet werden.
Zum einen der untere Stammbereich: Die unerwünschten Triebe am Stamm können für Pilzkrankheiten eine Leiter bilden. Auf dieser können die Pilzsporen z.B. bei Starkregen (Splash-Ereignisse) von Trieb zu Trieb springen und schließlich den gesamten Stock infizieren.
Zum anderen den oberen Stammbereich: Teilweise kann es zum Austrieb von Doppeltrieben an der Bogrebe kommen. Das bedeutet, dass aus einem Auge gleich zwei Triebe wachsen.
Um zu verhindern, dass durch die zusätzlichen Triebe eine Verdichtung in der Laubwand entsteht, müssen diese entfernt werden. Eine verdichtete Laubwand führt zu einem günstigen Microklima für Pilzkrankheiten und sollte vermieden werden.